App-Berechtigungen prüfen
Die meisten Apps wollen mehr Rechte, als sie brauchen. In fünf Minuten aufgeräumt.
Die meisten Apps fragen nach mehr Rechten, als sie für ihre Funktion brauchen. Nicht unbedingt aus Bosheit — Daten sind ein Geschäftsmodell, und was einmal erlaubt ist, bleibt meist erlaubt.
Warum das relevant ist
Eine Berechtigung ist kein einmaliger Zugriff, sondern ein Dauerauftrag. Die Wetter-App mit Standort „Immer" kann ein Bewegungsprofil erstellen. Die Shopping-App mit vollem Fotozugriff sieht deine gesamte Bibliothek — inklusive Screenshots von Tickets, Ausweisen und Chats. Und je mehr Apps Zugriff haben, desto größer der Schaden, wenn eine davon schlampt, verkauft wird oder eine Lücke hat.
Was du tun solltest
Der Schnellcheck dauert fünf Minuten:
- iOS: Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → pro Kategorie (Standort, Fotos, Mikrofon, Kamera) durchgehen.
- Android: Einstellungen → Sicherheit & Datenschutz → Berechtigungsmanager.
Meine Faustregeln dabei:
- Fotos: „Ausgewählte Fotos" (iOS) statt voller Bibliothek. Kaum eine App braucht alles.
- Standort: „Beim Verwenden" oder gar nicht. „Immer" ist fast nie gerechtfertigt.
- Mikrofon & Kamera: Nur für Apps, mit denen du tatsächlich telefonierst oder filmst.
- Kontakte: Besonders heikel — hier gibst du fremde Daten weiter, nicht nur deine eigenen.
Im Zweifel: Berechtigung entziehen. Wenn eine Funktion sie wirklich braucht, fragt die App wieder nach — und dann entscheidest du im Kontext.
Was das nicht verhindert
Berechtigungen regeln den Zugriff aufs System, nicht das Verhalten der App. Was du in einer App direkt eingibst oder hochlädst, hat sie trotzdem. Und Tracking über Werbe-IDs läuft auch ohne eine einzige Berechtigung. Trotzdem gilt: Jede entzogene Berechtigung ist ein Stück Angriffsfläche weniger.
Deine eine Sache diese Woche: Geh nur die Standort-Berechtigungen durch. Alles auf „Beim Verwenden" oder aus — außer du hast einen guten Grund dagegen.
In jedem Foto stecken Kameramodell, Uhrzeit und oft exakte GPS-Koordinaten. So verhinderst du, dass du deinen Standort mitschickst.
Ein Blocker, zwei Einstellungen — und der Großteil des Trackings ist weg. Ohne zehn Extensions und ohne Bastelei.