Infostealer & Session-Cookies
Infostealer knacken keine Konten — sie kopieren deinen Browser. Passwörter, Cookies, offene Logins. So begrenzt du den Schaden.
Infostealer sind Schadprogramme mit genau einem Job: alles kopieren, was dein Browser gespeichert hat. Passwörter, Session-Cookies, Autofill-Daten, Wallet-Erweiterungen. Das dauert Sekunden und fällt kaum auf.
Warum das relevant ist
Der unangenehme Teil sind die Session-Cookies. Sie sind der Beweis gegenüber einer Website, dass du eingeloggt bist. Wer sie kopiert, übernimmt deine laufende Sitzung — ohne Passwort und an 2FA vorbei. Genau deshalb tauchen in aktuellen Leaks nicht mehr nur Passwörter auf, sondern komplette Browser-Profile.
Verbreitet werden Infostealer selten über spektakuläre Exploits. Der Standardweg ist banal: gefälschte Installer aus Suchanzeigen, „Cracks", angebliche Browser-Updates. Ein unbedachter Download reicht.
Was du tun solltest
- Passwörter raus aus dem Browser. Der Browser-Passwortspeicher ist das Erste, was ein Stealer abgreift. Nutze einen Passwort-Manager (so startest du ohne Overhead) und lösche danach die im Browser gespeicherten Zugangsdaten.
- Bei kritischen Diensten aktiv abmelden. Bank, Broker, Krypto-Börse, E-Mail-Hauptkonto: ausloggen statt Tab schließen. Eine beendete Session ist ein wertloses Cookie.
- Software nur aus offiziellen Quellen. Der häufigste Infektionsweg ist der Download selbst — so machst du es richtig.
- Falls es dich erwischt hat: Nicht nur Passwörter ändern. Auf allen wichtigen Konten die aktiven Sitzungen beenden („Alle Geräte abmelden") — sonst bleibt die gestohlene Session trotz neuem Passwort gültig.
Was das nicht verhindert
Ein Passwort-Manager schützt deine Passwörter, nicht deine laufenden Sessions. Und 2FA schützt den Login, nicht eine bereits bestehende Sitzung. Auf einem infizierten Gerät ist keine Anmeldung sicher — die Schritte oben begrenzen den Schaden, sie ersetzen kein sauberes System.
Deine eine Sache diese Woche: Öffne die Passwort-Einstellungen deines Browsers. Liegen dort Zugangsdaten, zieh sie in einen Passwort-Manager um und lösche sie aus dem Browser.
Self-Custody heißt: keine Börse, kein Support, keine zweite Chance. Du bist jetzt das Sicherheitsteam. Die Basics, die wirklich zählen.
Du musst nicht an einem Wochenende 200 Passwörter ändern. Drei Konten reichen für den Start — der Rest kommt nebenbei.