Alte Accounts löschen
Angreifer nehmen den einfachsten vergessenen Account, nicht den wichtigsten.
Der Account, den du seit 2014 nicht mehr anfasst, ist oft der bequemste Einstieg. Schwaches, wiederverwendetes Passwort, keine 2FA, vergessene Wiederherstellungsmail — und irgendwo in einem alten Leak.
Warum das relevant ist
Angreifer priorisieren nicht deine Banken-App. Sie nehmen, was offen steht: Shop-Konten, Foren, ein altes Spieleportal, der Newsletter-Login mit derselben Kombination wie die Mail. Von dort aus: Passwort-Reset auf wertvollere Dienste, wenn die Wiederherstellungsadresse noch stimmt.
Ausloggen reicht nicht. Die Zugangsdaten bleiben auf dem Server, die Mail bleibt ein Handle, die Daten bleiben ein Profil. Löschen ist der Schritt, der die Fläche verkleinert.
Du musst nicht das Internet verlassen. Du musst die Konten entfernen, die du nicht mehr brauchst.
Was du tun solltest
- Alte Postfächer durchsuchen. Nach „welcome“, „verify“, „dein Konto“, „password“. Die Registrierungsmails sind die ehrlichste Inventurliste. Ergänze, was im Passwort-Manager schon liegt.
- Ungenutzte Konten löschen, nicht nur verlassen. In den Kontoeinstellungen nach Löschen, Close account, Daten löschen. Screenshot der Bestätigung, falls der Anbieter trödelt.
- Wiederverwendete Passwörter anfassen. Wo dasselbe Passwort noch lebt, ändern — zuerst Mail und der Manager selbst. Was du behältst, bekommt ein eigenes Zufallspasswort.
Drei Konten diese Woche sind mehr wert als der Vorsatz, irgendwann alles zu machen.
Was das nicht verhindert
Gelöschte Konten können in alten Leaks weiter auftauchen. Die E-Mail-Adresse bleibt ein öffentliches Handle. Manche Anbieter löschen nur „deaktivieren“ und behalten Daten gesetzlich oder schlampig. Und ein Konto, das du brauchst, aber vernachlässigst, ist kein Fall für Löschen — sondern für Manager und 2FA.
Der Gewinn ist Fläche, nicht Unsichtbarkeit.
Deine eine Sache diese Woche: Drei ungenutzte Konten löschen. Nicht ausloggen. Löschen.
- Accounts
- Passwörter
- Aufräumen