Tools & Ressourcen

Tools & Grenzen

Was ich selbst nutze — und ehrlich, wann du es nicht brauchst. Sechs Tools, keine Rangliste, kein Tabellenkrieg.

Bitwarden ↗

Android · iOS · Desktop · Browser
Wofür ich es nutze
Für jedes Konto ein eigenes Zufallspasswort. Und als Phishing-Frühwarner: Bietet die Erweiterung auf einer Login-Seite nichts an, stimmt oft die Domain nicht.
Wann nicht nötig
Einen Manager brauchst du fast immer. Welchen, ist zweitrangig: Nutzt du schon einen seriösen, ist Wechseln kein Muss. Nur der Passwortspeicher im Browser zählt nicht.
Alternative
KeePassXC, wenn du keine Cloud willst und die Datenbank selbst synchronisierst.

Mullvad VPN ↗

Android · iOS · Desktop
Wofür ich es nutze
In fremden WLANs und wenn ein Dienst meine IP-Adresse nicht sehen soll. Kein Konto mit Mail, nur eine Kontonummer.
Wann nicht nötig
Gegen Tracking hilft ein VPN kaum: Cookies, Logins und Fingerprinting gehen durch den Tunnel einfach mit. Im eigenen WLAN zu Hause bringt es für die Sicherheit meist wenig.
Alternative
Proton VPN, wenn du ohnehin bei Proton bist — mit kostenloser Stufe zum Ausprobieren.
Insight folgt
Wofür ich es nutze
Blockt Werbung und Tracker — und damit auch einen Teil der gekauften Anzeigen, über die verseuchte Downloads kommen.
Wann nicht nötig
Wenn dein Browser ab Werk kräftig blockt, etwa Brave. Zwei Blocker übereinander bringen nichts außer Fehlersuche.
Alternative
Brave mit eingebautem Blocker, wenn du gar keine Erweiterung installieren willst.

Proton Mail ↗

Android · iOS · Desktop
Wofür ich es nutze
Als Postfach für die wichtigen Konten. Wer die Mail kontrolliert, setzt fast jedes Passwort zurück — also gehört sie gut geschützt und getrennt vom Newsletter-Müll.
Wann nicht nötig
Wenn dein bisheriges Postfach mit starkem Passwort und Passkey oder App-2FA gesichert ist. Die Verschlüsselung greift nur zwischen Proton-Konten — an Gmail geht die Mail normal raus.
Alternative
Tuta (früher Tutanota) aus Deutschland — gleiches Prinzip, eigene Verschlüsselung.
Insight folgt
Wofür ich es nutze
Für TOTP-Codes überall dort, wo es noch keinen Passkey gibt. Verschlüsselter Export statt Cloud-Sync.
Wann nicht nötig
Wo ein Dienst Passkeys anbietet: Die sind phishing-resistent, sechsstellige Codes nicht.
Alternative
Auf dem iPhone gibt es Aegis nicht — dort Ente Auth, Open Source mit verschlüsseltem Backup.
Wofür ich es nutze
Als Oberfläche zur Hardware-Wallet: Transaktionen bauen, Bestände sehen, auf dem Gerät signieren. Transparent, ohne Bevormundung.
Wann nicht nötig
Wer kein Bitcoin selbst verwahrt, braucht sie nicht. Für kleine Beträge unterwegs ist eine Handy-Wallet praktischer.
Alternative
Electrum — älter und schlichter, ebenfalls mit Hardware-Wallets nutzbar.

Was ich nicht empfehle

Keine Schimpfliste. Acht Dinge, die oft als Sicherheit verkauft werden — und wo ich die Grenze ziehe.

  • Antivirus-Jahresabo als Ersatz für Updates und 2FA

    Aktuelles Windows bringt den Defender mit, und der reicht für die meisten. Ein Jahresabo ersetzt weder Updates noch ein eigenes Passwort pro Konto oder den zweiten Faktor. Bezahl-Suiten bündeln VPN, „Identitätsschutz“ und Warnbanner — mehr Upselling als Schutz. Gegen wiederverwendete Passwörter und den schnellen Klick auf den falschen Download hilft kein Abo. Der größere Hebel ist, woher du Software lädst.

    Mehr dazu: Software sicher herunterladen

  • Browser-Extensions „mit guter Bewertung“

    Eine Erweiterung mit Zugriff auf alle Websites liest mit, was du im Browser tust. Viele Sterne sagen nichts darüber, was das nächste Update mitbringt. Beliebte Extensions werden verkauft und bekommen dann Schadcode nachgeliefert. Ein Blocker reicht — jede weitere ist Angriffsfläche und macht deinen Browser leichter wiedererkennbar.

    Mehr dazu: Browser-Tracking-Schutz in 10 Minuten

  • Seed-Phrase in Cloud, Fotos, Passwort-Manager oder Chat

    Jede digitale Kopie der Seed-Phrase landet im Cloud-Backup, auf synchronisierten Geräten und in Reichweite jedes Infostealers. Das gilt auch für den Passwort-Manager und die Nachricht an dich selbst. Wer die Wörter hat, hat das Geld — unabhängig von jeder Hardware. Gibt es ein Foto oder eine Datei davon, gilt die Phrase als verbrannt. Sie gehört offline auf Papier oder Metall, nirgendwo sonst.

    Mehr dazu: Seed-Phrase & Hardware-Wallet: OpSec-Basics

  • SMS-2FA als „erledigt“

    SMS ist besser als nichts, aber die schwächste Variante. SIM-Swapping ist ein etabliertes Geschäft, und die Codes lassen sich am Telefon oder über Phishing-Seiten abfragen. Der Haken bei „2FA aktiviert“ sagt also wenig. Wo ein Dienst Passkeys anbietet, nimm sie, sonst eine Authenticator-App. Fang beim E-Mail-Hauptkonto an, denn darüber lassen sich alle anderen Konten zurücksetzen.

    Mehr dazu: 2FA: Welche Methode wirklich schützt

  • Gebrauchte Hardware-Wallets

    Eine Hardware-Wallet schützt nur, wenn die Seed-Phrase auf deinem Gerät entstanden ist und sonst niemand sie kennt. Bei einem gebrauchten oder weiterverkauften Gerät weißt du das nicht. Liegt eine „fertige“ Phrase bei, ist sie ein fremder Schlüssel — wer sie kennt, räumt später ab. Kauf direkt beim Hersteller und richte das Gerät selbst neu ein. Die Ersparnis steht in keinem Verhältnis zum Risiko.

    Mehr dazu: Seed-Phrase & Hardware-Wallet: OpSec-Basics

  • VPN als Allheilmittel gegen Tracking

    Ein VPN hilft in fremden WLANs und wenn ein Dienst deine IP-Adresse nicht sehen soll. Gegen Tracking hilft es kaum: Cookies, Logins und Fingerprinting gehen durch den Tunnel einfach mit. Wer bei Google oder Meta angemeldet ist, wird dort als Person erkannt, VPN hin oder her. Unsichtbarkeit verspricht dir nur die Werbung. Mehr bringen ein Blocker im Browser und blockierte Drittanbieter-Cookies.

    Mehr dazu: Browser-Tracking-Schutz in 10 Minuten

  • Support, der zuerst per DM schreibt

    Echter Support schreibt dich nicht zuerst an — nicht auf X, nicht auf Discord, nicht auf Telegram. Die Nachricht kommt meist kurz nachdem du öffentlich nach Hilfe gefragt hast, also genau dann, wenn du Stress hast. Wer nach Seed-Phrase, Bildschirmfreigabe oder einem Verifizierungs-Link fragt, ist der Angriff. Hilfe holst du dir nur über den Weg, den du selbst öffnest: die offizielle Seite aus deinen Lesezeichen.

    Mehr dazu: Seed-Phrase & Hardware-Wallet: OpSec-Basics

  • Fear-Newsletter und „Konto in 24h leer“-Schlagzeilen

    Solche Texte leben vom Superlativ, nicht vom nächsten Schritt. Hängen bleibt selten Wissen, meist nur Hilflosigkeit — und die führt in die Resignation oder in den nächsten Abo-Kauf. Die bessere Frage ist: Was heißt das für mich? Mit eigenem Passwort pro Konto und 2FA lautet die Antwort oft: fast nichts. Wer dir Angst liefert und keinen konkreten Schritt, darf abbestellt werden.

    Mehr dazu: Warum Panik nicht schützt

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